Die Historische Meisterprüfung

Seit dem 15. Jahrhundert wurden in Frankfurt am Main die Fechtmeister geprüft.

Hie ist auch weiter zu mercken/ das in der Franckfurter Messen die Fechtmeister zu Franckfurt gewalt haben andere Fechtmeister zu machen/ und ihnen die Titel der Meisterschaft zu geben/ und ist solches den Franckfurtern Burgern fur ein sonderlicher freiheit von den Röm. Künigen gegeben worden/darumb so mag keiner an einem andern ort den nahmen eines Freifechters uberkommen und erlangen allein zu franckfurt.

In Nürnberg im August 1487 erhielten die Fechter der Bruderschaft von St. Markus vom Löwenberge in Frankfurt am Main das Privileg, Fechtunterricht zu geben und den Titel “Meister des Schwertes” zu tragen. Dieses Recht wurde von Kaiser Friedrich III. in einem Privilegbrief verliehen. Diese Beweise werden immer noch in Frankfurt aufbewahrt. Als Wappen und Wappen wählt die Fechtgilde den Löwen von St. Mark mit dem Kurznamen “Marxlöwe”.

So wurden diese Stipendiaten “Marxbrüder” (Marcusbrothers) genannt. Der volle Name der Marxbrüder war “Gemeine Bruderschaft unserer lieben Frauen der reinen Jungfrau Mariens und des heiligen und gewaltsamen Himmelsfürsten Sankt Marxen”.

Der letzte Privilegbrief ging 1671 an “Johann Becker von Hamburg”, den späteren Hauptmann der Zunft in Breslau 1697 (siehe Chronik der Fechtgilden in Breslau, Wrocław). In Frankfurt am Main ist die Chronik der Marxbrüder in verschiedenen Akten des Stadtrates 1487-1716 und in den Akten der Gilde 1541-1752 dokumentiert. 1575 erlaubte der Stadtrat einer anderen Gilde namens “Freyfechter” (Federfechter), in Frankfurt gegen den langen und erfolglosen Protest der Marxbrüder zu arbeiten, der 1607 endete, als die Federfechter ihr Privileg erhielten.

Der Beginn der Gilde der Marxbrüder ist nicht datiert. Es gibt ein zitiertes Datum, dass Hans Talhoffer 1482 eine Schuld bei der Gilde hatte, aber es lässt sich nicht zuverlässig bestätigen.

Ein Neuanfang

Ziel dieses Vereins ist es, eine Meisterprüfung erneut ins Leben zu rufen. Dazu müssen jedoch erst bestimmte Voraussetzungen gegeben sein:

  1. Der Verein muss in der Lage sein, die Prüfungen abzuhalten.
    Dazu gehören eine Menge Dinge, an die man nicht sofort denkt. Es sind so fundamentale Sachen wie ausreichend Geld, eine geeignete Halle, die notwendige Ausrüstung und Versicherungen.
  2. Es müssen die Prüfer und die Prüflinge ausgebildet sein
    Die Qualität der Historischen Fechtkunst abseits des Fechtens mit dem Langen Schwert ist bei weitem nicht gut genug, um Prüfer oder Prüflinge zu stellen. Dies stellt sich neben dem organisatorischen und monetären als größte Herausforderung heraus. Daher sieht der Verein hier eine große Aufgabe, die angegangen wurde.
  3. Es muss ein sicheres Umfeld und ein Regelwerk geschaffen werden
    Ein Meistertitel ist immer mit Prestige verknüpft und nur wenige können ein Scheitern akzeptieren. Hier sind transparente Regeln und Bedingungen zu schaffen, die zudem ein sicheres Umfeld für die Durchführung ermöglichen.
  4. Der Anspruch an die Tradition
    Die Erforschung der Fechtmeister, um immer mehr über Marxbrüder zu erfahren, ist notwendig. Denn an eine Tradition kann nur angeknüpft werden, wenn ausreichend Wissen vorhanden ist.

Die Aufgaben des Vereins sind also nicht gering. Doch wir nähern uns Schritt für Schritt.

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