Programm zur Förderung von Fechtgruppen

Handschlag Holzschnitt

Uns treibt das Motto der Marxbrüder an. Jener historischen Fechtergesellschaft, die eine gemeinsame Buxe (Kasse) hatten und daraus den nächsten Schritt finanzierten. Das alles geschieht mit einer Schwellenwert-Betrachtung. Haben wir eine gewisse Größe im Finanzrahmen und in der Mitgliederzahl sicher erzielt, gehen wir den nächsten Schritt an.

Im Folgenden wollen wir unser Konzept zur Förderung von Studiengruppen und kleinen Vereinen vorstellen. Es ist ein Förderprogramm Konzept, mit dem Vorteil, dass die eigene Identität der Gruppe nicht aufgegeben werden muss.

Gehörst du zu denen, die Hilfe brauchen?

Du bist Mitglied oder Organisator einer kleinen Studiengruppe im Historischen Fechten oder Reenactment Fechten. Deine Gruppe oder Verein leidet unter dem Problem der Mitgliederzahlen und/oder fachlicher Struktur. Besonders mangelt es Euch an aktiven Sportlern. Selbst wenn Ihr eine Halle über einen Sportverein erhalten habt, fällt es Euch schwer, aktive Mitglieder zu generieren und sie zu halten. Mitglieder, die Trainer sein wollen, Konzepte schreiben und sich selber weiter bilden, kann man an zwei Fingern abzählen.

Ein Ausbildungskonzept, ein Rahmenwerk zur Orientierung fehlt Euch. Als Leiter der Gruppe weißt was du willst, doch der Weg dahin, ist dir nicht klar. So hangelst du dich von Thema zu Thema, aber ein kontinuierlicher geplanter Fortschritt ist schwer zu gestalten.

Kommt dir irgendwas davon bekannt vor, dann kann dir unsere Förderung helfen. Sei versichert, du bist mit dem Problem nicht allein. Doch man kann diese Probleme eventuell in den Griff bekommen.

Ein sehr kurzer Ausflug in die Grundlagen

Wir versuchen mal so weit wie es möglich ist, in normaler Sprache zu bleiben und nicht in die Fachsprache zu verfallen. Es sind verschiedene Punkte zu betrachten:

  • Interessenten werben
    Zielgruppe kennen und ansprechen
  • Mitglieder bekommen
    Interessenten „konvertieren“
  • Mitglieder halten
    Kunden in Stammkunden wandeln
  • Mitglieder aktivieren
    Stammkunden zu Partnern machen

Von außen betrachtet lassen sich leicht Allgemeinplätze formulieren und gute Tipps geben wie „Schalte doch mal eine Facebook Werbung“. oder fachlich “Schreib doch mal ein Ausbildungskonzept”. Doch wenn man die Mitglieder nicht gewinnen, halten oder aktivieren kann, ist das verschwendete Liebesmühe und rausgeworfenes Geld.

Woran mag es liegen?

Die häufigsten Probleme ergeben sich daraus, dass Gruppen einen harten Kern haben, der manchmal aus sogar nur aus einem einzigen Leitwolf besteht, und aus scheinbar unerfindlichen Gründen, keiner mitziehen will. Somit sind die wenigen Antreiber mit den Aufgaben überlastet und aus „in Aufgaben aufgehen“ wird bald ein Aufgeben.

Die zweithäufigste Ursache ist Kompetenzmangel. Für die Leitung einer Gruppe und Schule sind viele Kompetenzen notwendig. Selten finden sich Pädagogen, Sportwissenschaftler, Marketingfachleute, Texter, IT-Leute, Projektleiter, Filmmacher und Kampfkünstler zusammen und rufen aus „Hurra, wir gründen eine Fechtschule!“.  Das geht uns (teilweise) auch so: wir haben noch kein Filmteam (ist in Arbeit). Doch dieser Mangel ist ein echtes Luxusproblem. Denn mit dem Rest sind wir gut versorgt.

Warum ist das heute notwendig?

Als Fantasy mit „Herr der Ringe“, „Fluch der Karibik“, „Harry Potter“ überall präsent waren, und jedes Dorf einen Mittelaltermarkt hatte, suchten Menschen aktiv nach „Schwertkampf“. Von den etlichen Kandidaten blieb ein guter Teil übrig, der aktiv das Training und die Gruppe mitgestaltete.

Doch inzwischen sind trotz dem Langläufer „Game of Thrones“ andere Themen gleichauf oder sogar erfolgreicher. Kaum jemand sucht aus sich selbst heraus nach „Schwertkampf“.  Damit wird schon der erste Punkt “Interessenten werben” schwierig,

Zahlen und Fakten ausklappen

Sinkende Anzahl an MittelalterterminenIn der Studie Touristische Potenziale im RWK OHV aus dem Jahr 2010 wurden Mittelaltermärkte prognostisch als nicht höher eingestuft als eine Tanzveranstaltung. Im Wirtschaftsleben nennt man die aktuelle Phase eine Konsolidierung. Das bedeutet, dass immer weniger Anbieter sich den Markt teilen. Dies führt zu einer Abnahme an Veranstaltungsterminen, während für eine gewisse Zeit sich die Besucherzahlen an den noch übrigen Terminen steigern. Das klingt wie ein Widerspruch, ist aber keiner.

Niedergang bei steigenden Besucherzahlen – kein Widerspruch

Die Wirtschaftlichkeit für Anbieter und das Interesse der lokalen Gemeindeverwaltungen an der Veranstaltung nimmt schneller ab, als die Nachfrage. Ein Beispiel: kommen statt 20.000 Besucher wie im Jahr 2010 dauerhaft weniger Besucher in den Folgejahren wird die finanzielle und/oder organisatorische Unterstützung entzogen. Die Wirtschaftlichkeit ist nicht mehr gegeben Das Risiko bei Schlechtwetter ist zu hoch. Als Folge: dieser Markttermin entfällt.

Aber von den Besuchern des abgesagten Termins ist ein guter Prozentsatz bereit, nun den Marktort zu wechseln. In Folge dessen steigen bei anderen Terminen kurz- bis mittelfristig die Besucherzahlen. Ist die Konsolidierungsphase abgeschlossen, werden auch in den übrig gebliebenen Veranstaltungen die Besucherzahlen sinken. Bis sich ein stabiler Wert gebildet hat, da die Veranstalter ein Nachfolgeprodukt erstellt haben, das die Zielgruppen wieder motiviert.

Für Anbieter der Historischen Fechtkunst bedeutet dies, dass das die schönen Zeiten vorbei sind. Das angenehme passive Konzept, bei dem es genügte, einfach nur „da zu sein“ und eine amateurhafte Webseite und kein Konzept zu haben, greift nicht mehr. Das ist schade, denn es war sehr bequem für uns.

In Werbesprech „Die Nachfrage nach dem Alleinstellungsmerkmal >Fantasy< und >Mittelalter< ist im Tief“. Oder für Fachleute der Vertriebswirtschaft: „Wir befinden uns in der Degenerationsphase des Produktlebenszyklus der Produkte >Fantasy-Feeling< und >Mittelalter-Gefühl<“. Die Produkte sind noch nicht am Ende, aber es geht bergab.

Was ist die Konsequenz

Da unsere „Produkte“ Fantasy und Mittelalter im Abwärtstrend sind, wachsen die Kosten durch den Wettbewerbsdruck, wollten wir den „Absatz“ gleich hochhalten. Wir konkurrieren inzwischen mit ganz normaler Kampfkunst und ganz normalen Kampfsport. Das sind Firmen und Gruppen mit einer ungeheuren Marketingpower und Marktmacht. Das sind ebenso große Vereine, die Kampfsport wie Judo oder Karate zu einem lachhaften Preis anbieten. Dabei können diese in dem Bereich Ausbildungskonzept, Lizensierung, Weiterbildung mit einer enormen Tiefe aufwarten.

Kurzum: wer heute nicht aktiv auf seine Sache aufmerksam machen kann, wer nicht überzeugen kann, wird keine Mitglieder gewinnen oder halten.

Das betrifft große Vereine genauso wie kleine Studiengruppen. Doch große Vereine haben die Möglichkeit, aus sich selbst heraus zu bestehen. Vorausgesetzt sie passen sich an. Kleine Gruppen schaffen das nur mit einem enormen Einsatz von Führungsleuten. Irgendwann ist dieser Einsatzwille erschöpft. Dann geht es bergab. Die Mitgliederzahlen stagnieren oder sind rückläufig, die Anzahl der Fechter in der Halle wird kleiner.

Ohne Moos nix los

Wir, das ist die Fechtfabrik und der Verein „Marxbrüder“ wollen helfen. Das ist Teil unseres Vereinszwecks. Aber nicht umsonst. Wir fordern Kostenbeteiligung und Engagement. Wir haben zwei Regeln:

  • Wenn wir durch Regale-Einräumen bei einem Discounter mehr in die Marxbrüder-Buxe bekommen, als bei irgendwas anderem, gehen wir Getränke einsortieren.
  • Wenn wir mehr Arbeit in den Aufbau deiner Gruppe stecken als du, könnten wir es gleich selber machen.

Da du das nun weiter liest, scheint es kein Problem für dich zu sein. Klasse, freut uns.

Nur dein Ort heißt “Fechtfabrik”

Deine Gruppe heißt weiterhin, wie sie jetzt heißt. Die Identität der Gruppe wird nicht berührt. Wir haben Respekt.

In der Fechtfabrik Frankfurt können unterschiedliche Vereine oder Gruppen trainieren. Da sind heute schon „Stahl auf Stahl“ und die „Marxbrüder“, die von einem Trainer von „Zornhau“ geleitet werden. Das funktioniert, weil wir zwischen Ort und Menschen unterscheiden. Menschen kommen an einem Ort zusammen, um etwas zu machen. Klingt einfach, ist auch einfach. Und was einfach ist, klappt auch meistens.

Förderung durch Mitgliederwerbung

Wir können also sowohl den Ort bewerben, wie auch die einzelnen Gruppen, die an diesem Ort zusammenkommen. Der Ort selber ist neutral. Man geht in eine Konzerthalle zu Musikveranstaltungen: a) weil man in das berühmte Opernhaus will, b) weil man eine Musik mag. Wenn es gut läuft, ist beides motivierend.

Das Konzept von Ort und Gruppe ist auch im Sport nicht einzigartig. Jeder kennt es aus dem Fußball. Wir sind bloß die ersten, die es im Historischen Fechten umsetzen.

Förderung durch fachliche Beratung

Mit dem Namen “Fechtfabrik” ist das Ausbildungskonzept des Vereins “Neuen Marxbrüder” eng verbunden. Wir verwenden absichtlich nicht den Namen “Marxbrüder” für das Förderungsprogramm. Die Marxbrüder gehören nach Frankfurt am Main. Historische Fechtkunst gehört allen.

Das Ausbildungskonzept mit den fachlichen Inhalten wird durch Publikationen, Workshops, Seminare sowie Beratung verbreitet. Es stellt einen qualitativ hochwertigen Leitfaden für die zweigleisige Entwicklung von Fechtern und Fechtmeistern dar.

Ein Teil der Inhalte sind öffentlich zugänglich wie die Inhalte unserer deutschen und englischen Webseiten, oder die Publikationen für unsere Seminaren zu Hans Talhoffers Fechtkunst. Andere Inhalte sind nur lesbar für Mitglieder der Arbeitsgruppen, Vorstand oder Förderprogramm-Partnern.

Konkret bedeutet das?

Ganz konkret heißt es für dich im Jahr 2018. Du beteiligst dich mit 12,- Euro im Jahr an den Kosten für den Internetauftritt und Werbung der Fechtfabrik. Und das springt dabei raus:

  • Du erhältst einen eigenen Webauftritt im Verbund der Fechtfabrik (siehe Fechtfabrik Erlangen)
  • Wir erstellen die Webseite und hosten sie
  • Wir helfen dir beim Verfassen der Texte, Erstellen der Bilder
  • Deine Gruppe wird in allen Werbeaktionen der Fechtfabrik einbezogen
  • Deine Gruppe wird in bezahlter Werbung einbezogen (Kosten werden weiter gereicht)
  • Wir beraten dich in Sachen organisatorische Weiterentwicklung der Gruppe
  • Die Mitglieder deiner Gruppe erhalten mindestens 10% Rabatt auf Seminare der Fechtfabrik/Marxbrüder
  • Du erhälst fachliche Beratung in der Fechtkunst bei Fragen zu Quellen und Interpretation
  • Wir beraten dich in Bezug auf Ausrüstung und Sicherheit
  • Instruktoren der Fechtfabrik/Marxbrüder halten Seminare zu vergünstigten Konditionen vor Ort. Deine Gruppe erhält den gleichen Anteil an dem eventuellen Gewinn wie die Marxbrüder
  • Zugang zu allen Arbeitspapieren, Seminarunterlagen auch im Entwurf.

Kostenbeteiligung und Kündigung?

Die Sache heißt „Kostenbeteiligung“ da wir Kosten beispielsweise für einen eigenen Server haben. Denn nur so können wir Datenschutz garantieren. Auch beauftragen wir bezahlte Werbung. Du wirst transparent über alle Aktionen und anfallende Kosten informiert. Wir planen 2018 keinen Gewinn für die Vereinskasse aus solchen Aktionen, sondern wir investieren hier.

Du bist auch “gezwungen” dazu, deine Vereinbarung mit der Fechtfabrik öffentlich zu machen. Das kann auf deiner Webseite so aussehen

IG Schnellhau – Historisches Fechten

Die Interessengruppe Schnellhaw, Abteilung Historische Fechtkunst des TV Oberstadt, trainiert jede Woche in der Fechtfabrik Oberstadt (August-Winkler Halle der Lessing Schule, Lerchenstr. 22, 48045 Oberstadt).

Mehr Informationen zur Fechtfabrik auf www.fechtfabrik.de.

Diese Vereinbarung ist nach Ablauf von 6 Monaten monatlich zum Monatsende kündbar. Die Anfangszeit ergibt sich aus der notwendigen Laufzeit einer Werbeaktion und unserem Aufwand, den wir mit einem neuen Ort haben.

Gemeinsam stark

Dir wird vielleicht einfallen, dass da noch Raum zur Entwicklung ist. Wir könnten gemeinsam Merchandise- oder Ausrüstungsartikel günstiger bestellen. Wir können gemeinsam große Veranstaltungen stemmen. Wir können gemeinsam… jede Menge erreichen.

Du erinnerst dich an den ersten Abschnitt oben? Das mit der Schwellenwert-Betrachtung? Gut. Respekt. Denn das gilt hier auch. Wir machen erst mehr, wenn wir es können. Wir haben zwar einen Plan, aber der wird immer wieder in Frage gestellt. Wie im Fechten selbst, muss man sich flexibel anpassen und schnell agieren. Somit schauen wir auf das Jahr 2018 und wissen, was wir da erreichen können. Wie geschrieben „Fantasy“ ist aktuell nicht so gefragt.

Wenn du mit uns wachsen willst, sei willkommen. Auf geht’s.

Wenn du das nicht möchtest, werden wir keine Konkurrenten, sondern Freunde sein.





Interesse an dem Förderprogramm der Marxbrüder

3851 Views